Wechselausstellung

Mapping my Way To Traces of Belonging

04.06.2026 18:30-20:00

Der dritte und letzte Teil der Reihe, „Mapping My Way To Traces of Belonging“, untersucht den Begriff der Verbindung (physisch und imaginär) und lädt uns ein, unsere Vorfahren zu würdigen.

Der erste Teil des Abends ist dem Kurzfilm „Rosa“ (2025) von Sasha Huber (CH, 1975) gewidmet. Seit mehreren Jahrzehnten entwickelt Huber eine künstlerische Praxis, die koloniale Hinterlassenschaften, Machtverhältnisse und Fragen der Erinnerung hinterfragt. „Rosa“ ehrt das Andenken an Rosa Emilia Clay (1875–1959), die erste Person afrikanischer Abstammung, die die finnische Staatsbürgerschaft erhielt. Anschließend lädt Thi My Lien Nguyen (CH, 1995) das Publikum zu einer kontemplativen Begegnung ein, die Lesung, Gastronomie und Meditation verbindet. In ihrer künstlerischen Arbeit erforscht Nguyen die Begriffe Zugehörigkeit, Diaspora und postmigrantische Identität durch Praktiken, die Fotografie, Installation und Performance mit Gastronomie, Kontemplation und dem gemeinsamen Erleben des Augenblicks verbinden. Die im Museum geplante Lesung mit Performance bietet dem Publikum einen Moment der Ruhe, des gemeinsamen Genusses und des Erzählens.

In „Mapping My Way To Traces of Belonging“ rücken die beiden Gastkünstlerinnen unsichtbare Erzählungen in den Mittelpunkt und schaffen Räume des Dialogs, in denen Erinnerung, Gemeinschaft und Weitergabe zu Formen des Widerstands und der Resilienz werden.

Tickets

Über die Reihe"Mapping My Way To..."

Im Rahmen der Ausstellung „Pach’un Q’ijul“ organisiert das Museum „Mapping My Way To…“, eine Reihe von performativen Veranstaltungen, die darauf abzielen, die Reflexion über die Themen Identität, Erinnerung, Zugehörigkeitsgefühl, Körper und Geografie zu vertiefen. Die Performances finden im Ausstellungsraum statt und sind als zweistimmige Beiträge konzipiert, die die vielfältigen Ausdrucksformen des jungen Schweizer und internationalen Kunstschaffens widerspiegeln.

Bisherige Episoden: „Mapping My Way To Borderless Echoes“. Ishita Chakraborty – Nina Emge; „Mapping My Way To Drifted Memories“. Marina Skalova – Ixchel Mendoza Hernandez.

Die künstlerinnen

Sasha Huber

Sasha Huber ist eine in Helsinki lebende, international anerkannte bildende Künstlerin mit schweizerisch-haitianischen Wurzeln, deren Arbeit sich mit der Politik der Erinnerung, der Zugehörigkeit und der Fürsorge im Zusammenhang mit kolonialen Hinterlassenschaften auseinandersetzt. Sie schlägt eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart und setzt sich mit Archivmaterial auseinander, wobei sie eine vielschichtige Praxis verfolgt, die reparative Interventionen, Film, Fotografie und Zusammenarbeit umfasst. Bekannt für den Einsatz eines Tacker – eines Werkzeugs, das symbolisch sowohl als Waffe als auch als Mittel zur Reparatur fungiert –, wird dieser zu einer Methode, koloniale Wunden zu vernähen. Huber hat einen Master in Visueller Kultur von der Aalto-Universität in Helsinki und promoviert derzeit praxisorientiert im Bereich künstlerische Forschung an der Zürcher Hochschule der Künste. Von 2021 bis 2024 markierte ihre Wanderausstellung „You Name It“, organisiert von der Power Plant Contemporary Art Gallery in Toronto in Zusammenarbeit mit Autograph in London, ein bedeutendes Kapitel in ihrer laufenden internationalen Praxis und wurde von einer gleichnamigen Monografie begleitet, die bei Mousse Publishing erschien.

Thi My Lien Nguyen

Thi My Lien Nguyen (geb. 1995 in St. Gallen) ist eine Schweizer Künstlerin und Fotografin vietnamesischer Herkunft. Ihre multidisziplinäre Praxis dreht sich um Erinnerung, Materialität und die Poetik der Diaspora. Inspiriert von ihrem vietnamesischen Erbe und ihren Erfahrungen über kulturelle Grenzen hinweg arbeitet sie mit Fotografie, Radierung, Bewegtbild, Performance, Schrift und kulinarischen Interventionen. In ihrer Arbeit dient Essen sowohl als Medium als auch als Forschungsfeld, als Raum, in dem Fragen der Identität, der Migration und des kollektiven Gedächtnisses verhandelt werden. Da sie zunehmend mit analogen und alternativen fotografischen Verfahren arbeitet, setzt sie auf Langsamkeit, Materialität und verkörperte Praxis als Formen des Widerstands gegen Ausbeutung und Auslöschung.

Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Dokumentation und persönlicher Erzählung und lässt sich von Traditionen, Ritualen und Folklore inspirieren, um Geschichten zu erzählen, die sich der linearen Zeit entziehen. Neben ihrer künstlerischen Praxis ist Nguyen Teil des Kuratorenteams von Les Complices, einem selbstverwalteten alternativen Raum in Zürich, der Plattformen für queere, trans-, inter- und nicht-binäre Künstler*innen, Frauen und BIPoC schafft. Durch kulinarische Aktionen, Workshops und Gemeinschaftsprojekte schafft sie Begegnungsräume, die auf Achtsamkeit, Solidarität und gegenseitiger Unterstützung basieren.

Ihre Arbeiten wurden im Kunstmuseum Thurgau (2025), beim Athener Fotofestival (2024), bei der 22. Biennale Sesc_Videobrasil in São Paulo (2023), im Museum Haus Konstruktiv in Zürich (2023), im Fotomuseum Winterthur (2022) und im Vincom Center for Contemporary Art in Hanoi (2021) gezeigt.

Praktische Informationen

Datum und Uhrzeit

Donnerstag, 4. Juni 2026

18:30 zum 20:00 Uhr

Preis

Erwachsene: CHF 15.–

Ermäßigter Preis: CHF 10.–